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Popmusik in Deutschland

Ausstellung im Museum für Kommunikation Frankfurt, 17. August 2017 bis 25. Februar 2018

 

 

 

 

 

 

 

Eine Ausstellung des Focke Museum, Bremen
Nach Konzept | Idee: Museum für Kommunikation, Bern

Willkommen zur Geschichte der deutschen Popmusik – Oh Yeah!

Diese Ausstellung musst du gehört haben! 90 Jahre Popmusik in Deutschland:

Auf der Main Road warten in fünf Zeitabschnitten die Top 15-Themen der deutschen Musikgeschichte auf dich. Hier bekommst du den roten Faden durch die Geschichte der Popmusik in Deutschland. Wenn du eine gute Internetverbindung und Ton hast, gern auch mit dem Originalsound der Epochen.

Zur Backstage kommst du mit einem Klick oder Tipp auf das

Es führt dich in die Lebenswelt der Fans: Schellack, Vinyl, Papier und Plastik – an allem hängt Erinnerung!

See you later alligator!

Dekade 1925 – 1945

Comedian Harmonists

VERONIKA, DER LENZ IST DA! DIE MÄDCHEN SINGEN TRALLALA! schallte es 1930 aus den Grammophonen – die COMEDIAN HARMONISTS waren auf dem Zenit ihrer Karriere. Drei Jahre zuvor hatte sich in Berlin das Sextett um Harry Frommermann gegründet, das 1930 seinen musikalischen Durchbruch in Leipzig feierte. Nach der NS-Machtergreifung wurde das A-Cappella-Ensemble aufgrund seiner „nichtarischen“ Mitglieder sukzessive kaltgestellt.

Harry Frommermann (1906-1975) inserierte 1927 im Berliner Lokal-Anzeiger “Musiker für Ensemble gesucht”. In seiner Wohnung kam es zum ersten Treffen der sechs Musiker und zur Gründung der Comedian Harmonists.

Wilde Cliquen

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde Swing und Jazz als „undeutsche“ Unterhaltungsmusik verboten. Das Swing-Verbot erreichte den Rundfunk 1935. Während die Hitlerjugend zu Trommelschlägen marschierte, bildete sich in den Großstädten musikalischer Widerstand. Frankfurter und Hamburger Jugendliche solidarisierten sich mit dem Jazz und schlossen sich zur illegalen Swingjugend zusammen. Andere Cliquen wanderten statt zu marschieren, um sich der Propaganda zu entziehen. Durch Kleidung und Geheimabzeichen grenzten sie sich vom Erzfeind Hitlerjugend ab. Für ihr Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung wurden die WILDEN CLIQUEN von der Gestapo verfolgt, inhaftiert und gefoltert.

Mechanische Koffergrammophone gab es seit den 1920er-Jahren – bei den „Swing-Boys“ und „Swing-Girls“ waren sie heiß begehrt. Ende der 1930er-Jahre konnten sich viele Jugendliche einen gebrauchten „Hotkoffer“ leisten. Ein Stromanschluss war unnötig: Mit einer Kurbel wurde das Abspielgerät aufgezogen. In Parks und Freibädern konnte so ohne Probleme Swing gehört werden. Koffergrammophone kann man als Vorläufer der Ghettoblaster der 1970er- und 1980er-Jahre ansehen.

Goldene Zwanziger

Kakadu, Kolibri Bar, Goldene Spinne oder Esterhazy-Keller – in den Berliner Nachtclubs der 1920er-Jahre tanzte man, oft alkoholisiert oder auf Koks, zu Swing und Charleston. Für viele war dies eine Selbstbefreiung – das alte bürgerlich-strenge Kaiserreich mit seiner militärischen und zugeschnürten Mode war Vergangenheit. Ein neues Frauenbild tauchte in den Großstädten auf: Die Femme fatale, der emanzipierte Vamp, trug tanzfähige Charleston-Kleider, Fascinator oder Federboa und zog wie Marlene Dietrich an der Zigarettenspitze. Kaum jemand verkörperte den libertären und erotisch aufgeladenen Lifestyle der goldenen 1920er-Jahre besser als die amerikanische Tänzerin Josephine Baker.

Charleston-Kleid, Batist

Knöchelfrei, tiefe Taille, ohne Korsett, so schockierte die unabhängige, selbstbewusste „Neue Frau“ im Charleston-Kleid. Die große Beinfreiheit machte es perfekt zum Tanzen. In den späten 1920er-Jahren wurde es bei jungen deutschen Frauen populär und gehörte zum Lifestyle.

Leihgeber: Focke-Museum

Dekade 1945 – 1960

Schöne heile Welt

Deutschland wurde 1954 Fußballweltmeister, der Wiederaufbau war im vollen Gang, die D-Mark schuf Kaufkraft. Das Leid und die Zerstörung nach dem 2. Weltkrieg wurden verdrängt, die Bürger sehnten sich nach heiler Welt und leichter Unterhaltung. Genau das bot die Film- und Musikindustrie. Heimat- und Reisefilme voller Naturidyllen und glücklicher Menschen prägten die 1950er-Jahre. In der erfolgreichen TV-Show BONJOUR KATHRIN mimten Catarina Valente und Peter Alexander das Traumpaar und sangen KOMM EIN BISSCHEN MIT NACH ITALIEN. Der holländische Kinderstar Heintje sang sich mit MAMA in die Herzen aller Mütter und Großmütter und Freddy Quinn blickte mit FREDDY UND DAS LIED DER SÜDSEE in die Ferne, nach Übersee.

Mit bürgerlichen Namen heißt Heintje (*1955) Hendrik Nikolaas Theodoor Simons. Der Kinderstar landete 1967 mit „Mama“ seinen ersten Hit, der im folgenden Jahr zur meistverkauften Single Deutschlands wurde. Dreimal hintereinander belegte Heintje Platz eins der deutschen Musikcharts und verkaufte über 40 Millionen Platten. Parallel dazu entdeckte ihn die Filmindustrie. In den Kultfilmen „Die Lümmel von der ersten Bank“ spielte er Nebenrollen und später auf ihn zugeschnittene Hauptrollen. Vom Image des Kinderstars konnte er sich nie lösen.

Lipsi

Rock’n’Roll und Twist eroberten in den 1950er-Jahren die westdeutschen Tanzflächen und die Herzen der Teenager. Auch in der DDR wurden die hüftbetonten Tänze populär. Um gegen diese Amerikanisierung vorzugehen, erfanden die Funktionäre kurzerhand den Lipsi. Dieser Unterhaltungstanz im 6/4 Takt wurde 1959 vom Leipziger Tanzlehrer-Ehepaar Christa und Helmut Seifert erfunden. René Dubianski komponierte die passende Musik, auf die der Schlagerstar Helga Brauer das Liedchen HEUTE TANZEN ALLE JUNGEN LEUTE IM LIPSI-SCHRITT trällerte.

Tanzanleitung:

Der Grundschritt wird folgendermaßen getanzt (Herrenschritte, Dame entsprechend seitenverkehrt):

  1. Schritt mit dem linken Fuß nach links
  2. Tap mit dem rechten Fuß nach links
  3. Schritt mit dem rechten Fuß nach rechts
  4. Tap mit dem linken Fuß nach rechts
  5. Schritt mit dem linken Fuß nach links
  6. Schritt mit dem rechten Fuß nach links (Füße schließen)

Elvis Mania

Im Oktober 1958 landete der GI Elvis Presley in Bremerhaven. Im hessischen Bad Nauheim musste der „King of Rock`n`Roll“ seinen Wehrdienst antreten. Bereits vorher hatte der Rock’n’Roll über Kinofilme mit Bill Halley und Elvis Westdeutschland erobert. Die Musikindustrie legte ihre Vorbehalte schnell ab und es mussten deutsche Elvisse her: Mit Ted Herold und Peter Kraus hatte die Bundesrepublik bald ihre deutschsprachigen Interpreten gefunden. Über Kinofilme, Aktionen in Jugendzeitschriften und Auftritte avancierten sie, ganz wie das Vorbild Elvis Presley, zu Teenager-Idolen und Filmstars. Bis heute stehen beide auf der Bühne und bringen die Hüftgelenke zum Schwingen.

Elvis ist mit fast einer Milliarde verkaufter Platten der erfolgreichste Solo-Künstler aller Zeiten. Bis zu seinem Tod 1977 im Alter von 42 Jahren in Memphis, Tennessee erhielt der Ausnahmekünstler 105 Goldene Schallplatten. Diese sind unter den Fans heiß begehrt und erzielen auf Auktionen Spitzenpreise.

Richard Weize, Bear Family Records

Dekade 1960 – 1974

Open Air

Das von Joan Baez auf Deutsch gesungene SAG MIR WO DIE BLUMEN SIND wurde zur Hymne der deutschen Love and Peace-Bewegung. Den Ursprung hatte die heutige Outdoor-und Festivalkultur Deutschlands in der Friedensbewegung der 1960er-Jahre. Aus den USA schwappten 1967 mit dem Monterey International Pop Festival die ersten Erfahrungen nach Deutschland. Auf der Burg Herzberg und der Burg Waldeck wurden eigene Festivaltraditionen begründet. Legendär wurde das Love-and-Peace-Festival auf der Insel Fehmarn, da Jimi Hendrix 1970 hier sein letztes Konzert gab.

In Ostdeutschland versammelte sich Anfang der siebziger Jahre die alternative Musikszene ebenfalls auf teils mehrtägigen Open-Air-Parties wie den Konzerten der Jazzwerkstatt Peitz. 1982 verbot die DDR die Open-Air-Konzerte.

All you need is Beat

Über den Hamburger Star Club wurden die Beatles und viele andere Gruppen rasch berühmt. 1964 absolvierten die „Fab Four“ ihre erste erfolgreiche USA-Tour, im Gegenzug kamen Ray Charles und Fats Domino nach Deutschland.  Während die Jugendlichen den Beat als Befreiung empfanden, sahen die Eltern in den Pilzfrisuren und der lauten Musik einen Sittenverfall. Nach dem Vorbild englischer und amerikanischer Bands gründeten sich in ganz Deutschland Beat-Kapellen: im Westen die Lords, die Yankees oder die Rattles und im Osten die Butlers oder die Sputniks. In der DDR geriet der Beat bald ins Fadenkreuz der SED und wurde verboten. Am 31. Oktober 1965 kämpften Jugendliche auf der Leipziger Beatdemo vergeblich gegen das Auftrittsverbot ihrer Bands. Insgesamt wurden rund 267 Demonstranten verhaftet – der Beat verstummte in der DDR.

Gegenstände der Beatles werden von Fans wie Reliquien behandelt. Der Starkult kennt keine Grenzen – ein Backstein, mit dem Paul McCartney sein Gartentor offen hielt wurde stibitzt und rund acht Stunden durch London getragen.

Dekade 1976 – 1990

Hörbar Deutsch

Die NEUE DEUTSCHE WELLE (NDW) entstand ab 1976 und erreichte Anfang der 1980er-Jahre ihren kommerziellen Höhepunkt. Gespeist von Rock’n’Roll, Punk, Ska und New Wave schufen Gruppen wie Ideal, Abwärts, The Wirtschaftswunder oder Der Plan einen eigenen, mit eckigen Rhythmen und Synthesizern unterlegten Sound. Erste Vermarktungskampagnen mit den Bands DAF, Fehlfarben und EXTRABReit stießen auf eine breite öffentliche Resonanz. NDW-Songs wurden nun im Radio und in der ZDF-Hitparade gespielt. Nena oder Trio schafften mit 99 LUFTBALLONS, DA DA DA und entsprechenden Musikvideos den internationalen Durchbruch.

1979 revolutionierte ein Gerät das Musikhören wie nie zuvor – der Walkman! Von heute auf morgen bereicherte der eigene Soundtrack den Alltag. Die Songs der Mix-Tapes wurden mühevoll aus dem Radio mitgeschnitten. Für jede Gemütslage eins, das im Kassettenkarussell aufbewahrt werden konnte. Auch Warnhinweise des Umweltbundesamtes, dass jeder vierte Jugendliche hörgeschädigt sei, konnten den Erfolg des Walkman nicht schmälern. Allein der Markführer Sony verkaufte bis 2004 rund 335 Millionen Stück.

Focke-Museum

DDR-Punk

Zwischen 1980 und 1983 bildete sich in der DDR eine beachtliche Punkszene. Das DDR-Regime sah in den Punks eine dekadente Subkultur mit westlichem Ursprung und zerschlug die Bewegung 1983. Die Punks trotzten dennoch staatlichen Repressionen und formierten sich weiter im Untergrund. Über Kontakte zum westdeutschen Label Aggressive Rockproduktionen veröffentlichten die Gruppen Schleim-Keim und Zwitschermaschine das erste Punkalbum der DDR. Bis 1986 nahm die staatliche Unterdrückung weiter zu. Führende Punks kamen in Haft oder wurden zur Ausreise gezwungen. Eine Liberalisierung deutete sich erst ein Jahr später an: Das offizielle Jugendradio DT64 spielte ab 1987 Punk und berichtete über die Szene. 1988 zählten die Punkbands Die Skeptiker und Sandow auf der IX. Werkstattwoche Jugendtanzmusik zu den Preisträgern.

BRD-Punk

Durch englische Bands wie die Sex Pistols und The Clash wurde Punk Ende der 1970er-Jahre in Deutschland bekannt und stilbildend. Während des Deutschen Herbstes (1977), der Anti-AKW-Bewegung und den Ausschreitungen um die Startbahn West, Frankfurt, entstanden die ersten ausschließlich deutsch singenden Punk-Bands. Autonome Zentren sowie besetzte Häuser boten den Punks ein Zuhause. Der Düsseldorfer Ratinger Hof wurde zur Keimzelle der Punk-Szene. In diesem Umfeld gründeten sich ZK und Soilent Grün – die Vorgängerbands der Toten Hosen und der Die Ärzte. Die Stuttgarter Band Chaos Z prägte einen Hardcore-Punk-Stil mit politischen Texten. Demgegenüber entstand mit den Bremer Mimmi’s um das ehemalige Mitglied der Punkband ZK Klaus Fabian die erste Fun-Punk-Band.

Elektro Sounds

Inspiriert von Klangexperimenten des Elektronik-Komponisten Karlheinz Stockhausen und der Minimal Music aus den USA wurden elektronische Musik, Computer und Synthesizer Bestandteile der Popmusik. Zwei Stockhausen-Schüler gründeten 1968 mit Can eine musikalische Vorreiterband. Durch verfremdete Stimmen und elektronisch erzeugte Klänge brachen sie die üblichen Songstrukturen und Längen auf. Ähnlich ging auch Kraftwerk vor: Synthesizer statt Gitarre, Kühle statt Emotionalität, elektrischer Sound und Beats.

Das Konzept der Anonymisierung der Musiker auf der Bühne und die Gestaltung ihrer Plattencovers machten Kraftwerk zu Weltstars: „Beatles der elektronischen Tanzmusik“, so adelte die New York Times die Band 1997.

Dekade 1990 – 2000

Das sind nur die 90er

Kaum eine Dekade war musikalisch so vielfältig wie die 1990er-Jahre. Techno, Deutschrap, Schlager und Euro-Dance waren gleichzeitig in den Hitparaden. Die Leipziger A-cappella-Gruppe Die Prinzen stürmte mit KÜSSEN VERBOTEN in die Top Ten, ihre Mitglieder wurden zu Stars in den alten und neuen Bundesländern. Dank Guildo Horns GUILDO HAT EUCH LIEB erfuhr der Klamauk-Schlager ein Revival. Alt-Schlager-Star Jürgen Drews kürte sich zum „König von Mallorca“ und heizte dem trinkfreudigen Urlauber in El Arenal mit EIN BETT IM KORNFELD ein. Daneben entstand der Eurodance; eine Mischung aus Rap, Gesang und Techno. Die Gruppe Mr. President brachte mit COCO JAMBO die Dancefloors der Dorf- und Großraumdiscos zum Beben.

ICH WÄR‘ SO GERNE MILLIONÄR spielten 1991 alle Radiostationen des frisch wiedervereinigten Deutschland. Die aus Leipzig stammenden Die Prinzen hievten sich über Nacht auf den deutschen Pop-Olymp. Auch kritische Lieder gehörten zum Repertoire. 2001 veröffentlichten Die Prinzen DEUTSCHLAND. Der Song war eine „kontroverse Zustandsbeschreibung unseres Heimatlandes“, so Sebastian Krumbiegel. Bei der Bambi-Verleihung 2001 trug die Band eigens angefertigte Anzüge mit aufgedruckten Textpassagen.

Loveparade

„Friede, Freude, Eierkuchen“ – unter diesem Motto zogen 150 Technojünger hinter einem VW-Bus mit überdimensionalen Boxen her. Der DJ Dr. Motte rief so im Sommer 1989 die erste Loveparade in Berlin ins Leben. Zehn Jahre später war die Loveparade mit 1,5 Millionen Ravern die größte Party der Welt und ein riesiges Medienspektakel. Die Crème de la Crème der Techno-Szene legte auf. Von 2007 bis 2010 zog die Loveparade durch die Metropolregion Ruhr. In Duisburg kam es am 24. Juli 2010 zur Katastrophe: In einer Tunnelrampe löste ein Rückstau unter den Besuchern Panik aus. 21 Menschen kamen dabei ums Leben, 500 wurden verletzt. Das einstige Fest der Liebe endete mit einer Tragödie.

„One World One Future“ war das Motto der Loveparade von 1998. Rund 800.000 Raver tanzten zu den Beats der Umzugswagen. Plateauschuhe – wie diese der Miss Loveparade – waren ein „Must have“ unter den Technojüngern. Der Berliner Radiosender „Fritz“ organisierte die Miss und Mister Loveparade-Wahlen.

Leihgeber: Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschlands

Rock für den Frieden

Von 1982 bis 1987 veranstaltete der Zentralrat der Freien Deutschen Jugend (FDJ) im Palast der Republik das Rock für den Frieden – Musikfestival. Das Festival zählte zur offiziellen Friedenspolitik der DDR. Damit antwortete die SED-Spitze auf die Friedensbewegung Schwerter zu Pflugscharen, die von staatsunabhängigen Abrüstungsinitiativen getragen wurde. Jährlich traten im Palast der Republik die führenden Vertreter der DDR-Rockszene auf – Puhdys, Karat, City, Silly Express – und erfreuten Tausende von Fans. 1987 konnten 20.000 Besucher 65 Bands erleben. Die westdeutsche Band BAP sorgte für einen Eklat. Am Vorabend ihres Konzerts im Januar 1984 reisten die Kölner ab, weil sie ihren Song DESHALV SPILL MER HE nicht spielen durften. Danach wurde zunächst keine westliche Band mehr eingeladen.

Acht Jahre lang hatte Udo Lindenberg um eine Auftrittserlaubnis in der DDR gebeten. Am 25. Oktober 1983 trat er zum ersten Mal im Palast der Republik auf – allerdings vor ausgewähltem Publikum. Vor dem Volkspalast warteten Hunderte echte Udo-Fans. Sie skandierten „Wir wollen rein!“ und konnten nur mit Polizeigewalt davon abgehalten werden, den Saal zu stürmen. Das ganze Konzert wurde von rund 1.600 Stasi-Mitarbeitern überwacht. Auch in den Reihen der Begleitgruppe des westdeutschen Musikers befanden sich Informanten, die vorab jeden geplanten Schritt Lindenbergs an die Staatssicherheit übermittelten. Trotzdem gelang es dem in der DDR populären Rocker, kurz seinen Bewachern zu entwischen und sich seinen Fans zu zeigen.

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